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Mistelfelder Advent: Sehr besinnlich und höchst emotional

50 Akteure gestalteten in der Sankt-Andreas-Kirche das einzigartige Konzert zum Auftakt der Adventszeit. Einzigartig deshalb, weil insgesamt acht Solisten sowie Instrumental- und Gesangsgruppen mit einem sehr abwechslungsreichen Programm die Besucher verzauberten. Der Besucheransturm beim „Mistelfelder Advent“ zeigt, dass der Gesang- und Musikverein mit seinem musikalischen Konzept den richtigen Weg eingeschlagen hat.

 

Viele Stühle mussten erst noch von der nahen Schule in die Kirche getragen werden, um allen Besuchern einen Sitzplatz für das 90-minütige Konzert zur Verfügung zu stellen, bevor das Bläserquintett unter der Leitung von Josef Schiepek das 19 Beiträge umfassende Programm eröffnete. Die mit viel Volumen vorgetragene Weihnachtsfanfare „Frohes Fest“ durchbrach gewaltig die erwartungsvolle Stille. Weiche und warme Töne waren bei den Adventsliedern „O göttliche Liebe“ und „Heilige Nacht“ zu hören, bei denen klar die Handschrift des Ehrendirigenten herausgehört werden konnte.

 

In seiner Begrüßung zeigt Pfarrer Henryk Chelkowski auf, was Musik bewirkt: „Die Musik bewegt die Herzen der Menschen, erfreut sie. Musik stiftet Gemeinschaft – tröstet – verbindet. Jedes Leben hat seine Melodie mit seinen Höhen und Tiefen!“ Anschließend stellte auch er den Konzertbesuchern seine musikalischen und gesanglichen Qualitäten unter Beweis: Stimmgewaltig sang und spielte er in seiner polnischen Heimatsprache an der Orgel das Stück „Stimme der Wüste“.

 

Freudestrahlend und selbstbewusst sang der Kinderchor „Mistelfelder Spatzen“ unter Akkordeonbegleitung von Bernd Dauer das weitbekannte Lied „Advent, Advent“. Im Herbst 2018 konnte der Kinderchor mit zehn Kindern nach mehreren Jahren Pause wieder die Probenarbeit beginnen. Der gemischte Chor, ebenfalls unter Leitung von Bernd Dauer, zeigte sich mit den mehrstimmig vorgetragenen Beiträgen „Wieder naht der heilige Stern“ und „Aber heidschi bumbeidschi“ von seiner besten Seite. Beide Stücke wurden sehr klangvoll und harmonisch gesungen.

 

Organist Fabian Brand interpretierte die „Paraphrase“ des französischen Komponisten Félix Alexandre Guilmant. Die wiederkehrende Melodie, die heute als „Tochter Zion, freue dich“ bekannt ist, fügte er in sein Oratorium „Judas Maccabeus“ ein. Mit der „Pastorela in C-Dur“ von Jakub Valerian Paus entführte Brand die Zuhörer nach Böhmen. Das Orgelstück ist mit seiner Klarheit an ein schlichtes, volkstümliches Hirtenlied angelehnt, das immer wieder von munteren Tanzsätzen unterbrochen wird.

 

Besondere Leckerbissen

Das Querflötentrio unter Leitung von Susi Schliefer brachte mit dem ausdrucksstarken „Trio“ des Komponisten James Hook einen besonderen Leckerbissen aus dem 18. Jahrhundert zu Gehör. Besinnlich und anmutig interpretierte zur Freude der Besucher die Gruppe die Weihnachtslieder „Ich steh an deiner Grippe hier“ und „Lobt Gott, ihr Christen“.

 

Bernd Krauß ist mit seiner Gitarre seit vielen Jahren einer der Akteure des Konzertes. Diesmal beeindruckte er mit zwei ruhigen Balladen: Beim Lied „Winter wird's“ besingt er die bevorstehende Adventszeit im Leuchsental. Beim Song „Sternenlicht“ war die Sehnsucht nach der Heiligen Nacht deutlich zu spüren. Höhepunkt des Abends war jedoch der Gesangsbeitrag seiner Tochter Carina, die er an der Gitarre begleitete: Mit beeindruckender Klangfülle brachte sie mit dem Welthit „Halleluja“ von Leonard Cohen viel Emotion ins Gotteshaus. Mit ihren Beiträgen sorgten die beiden für eine weitere Stilrichtung im abwechslungsreichen Programm.

 

Eine Bereicherung für das Adventskonzert ist seit 2017 die Sängergruppe der Zechgemeinschaft Neukenroth. Die zehn Frankenwäldler stimmten in vier Beiträgen auf die bevorstehende Geburt Jesu ein. Würdevoll umgesetzt wurden die vielen Zuhörern bekannten Stücke „Als Maria übers Gebirge ging“ und „Maria durch ein Dornwald ging“. Die kräftigen Tenöre prägten den eindrucksvollen Klang.

Lustige Textbeiträge

Sonja Reitwießner sorgte mit drei lustigen Textbeiträgen für das eine oder andere Schmunzeln in der Kirche. So etwa die turbulente Geschichte vom Nikolaus, der sich mit seinem Gefolge zum Schutz vor zwei „Kampfhunden“ auf Obstbäumen in Sicherheit brachte. Sie mussten viel Angst ausstehen, bis sich schließlich herausstellte, dass es sich um lammfromme Schoßhunde handelt.

 

Die aufwendige Lichttechnik von Günter Reitwießner setzte die einzelnen Gruppen nach und nach ins „rechte Licht“: mit warmen Farbtönen wurden der Chorraum, der Seitenaltar und die Heiligenfiguren stimmungsvoll beleuchtet. Bevor alle Besucher mit dem Adventslied „Macht hoch die Tür“ ihre Vorfreude auf das bevorstehende Fest zum Ausdruck brachten, gab es lang anhaltenden Applaus für das beeindruckende Konzert. Erster Bürgermeister Andreas Hügerich brachte seine Freude zum Ausdruck: „Herzlichen Dank für das sehr besinnliche und höchst emotionale Konzert. Großes Kompliment an die einzelnen Künstler!“, so das Stadtoberhaupt. Auch Horst Sünkel, Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes, lobte die Darbietungen: „Das abwechslungsreiche Programm war eine wunderbare und friedvolle Einstimmung auf die Adventszeit.“

 

Das nächste Konzert des Gesang- und Musikvereins findet am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) statt: Das Jugendblasorchester wird unter Leitung von Karlheinz Kerner zeigen, wie vielseitig Blasmusik sein kann. Spenden kommen auch der OT-Leseraktion „Helfen macht Spaß“ zu Gute.